[Vortrag von Herrn Prof. Dr. Heiner Keupp am 30.06.2014 an der OTH Amberg-Weiden]

In den letzten Jahren war in unserer Region regelmäßig eine Steigerung der Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz zu verzeichnen, vor allem die Droge „Crystal-Speed“ spielt in unserer Gesellschaft eine immer größer werdende Rolle. „Vor 2010 hatten wir noch zehn Prozent Klienten, die mit Crystal Speed in Berührung gekommen waren, jetzt sind es mehr als 30 Prozent”, berichtete am Katholikentag im Mai 2014 in Regensburg der Leiter der Fachambulanz der Caritas Weiden, Herr Gerhard Krones.

Gegenwärtig kann beobachtet werden, dass die Gesellschaft zunehmend einen Trend begünstigt, in unterschiedlichen Lebensbereichen, z.B. Beruf, Sport, Schule, u. a. die Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit zu manipulieren. Dieser Trend hat auch den Markt der illegalen Drogen erreicht. Sie versprechen Leistungssteigerung und Tempoerhöhung in der individuellen Lebensführung ohne große Anstrengungen.

Werden unsere aktuellen Erfahrungen, dass sich der berufliche, aber auch der private Alltag auf einer ungebremsten Beschleunigungsspur bewegt, zur Normalität? Oder werden wir Möglichkeiten zur Entschleunigung entwickeln müssen?

Diese Fragestellungen nahm die Präventionsinitiative gemeinsam mit dem Lions-Club Goldene Straße zum Anlass und lud zu einem Vortrag des bekannten Sozialpsychologen Prof. Dr. Heiner Keupp am 30.06.2014 an der OTH Amberg-Weiden ein.

Prof. Dr. Keupp hielt den anwesenden Zuhörern einen „gesellschaftlichen Spiegel“ vor Augen und machte an einigen Beispielen deutlich, dass die Gesellschaft trotz vielen, auch technischen Entwicklungen, immer weniger Zeit für sich, für Beziehungen habe. Wer diese Geschwindigkeit nicht mitgehe, diesen Entwicklungen nicht folgen könne, werde unter Umständen relativ schnell als „krank“ eingestuft.

Der Referent sprach den Rat aus, dass der Mensch Ruhezonen brauche um zu sich selbst zu finden.