[Viel zu oft tauschen wir alle „Geschichten des Scheiterns“ miteinander aus und bleiben so in der Opferrolle mit Klage und Hoffnungslosigkeit]

Wir wollen an dieser Stelle „Geschichten des Gelingens“ von Eltern erzählen lassen, damit Sie als Leser Hoffnung schöpfen, Mut bekommen kleine Schritte in Richtung Veränderung zu gehen.

Dies ist auch ein Aufruf an Sie alle, uns Ihre „Geschichte des Gelingens“ zu erzählen. Schreiben Sie uns.

[#1 | Frau M. erzählt]

Ein Drama beginnt und hat Auswirkungen

„Im Jahr 2010 lernte mein Sohn jemand kennen, der ihn regelmäßig mit Crystal versorgte. Von da an konsumierte er täglich und mengenmäßig immer mehr.
Seine Sucht hatte ziemliche Auswirkung auf unser Familienleben, das irgendwann keines mehr war. Er zog sich in sein Zimmer zurück, war nachts wach und schlief tagsüber. Es gab Streit mit Anlass, aber meistens ohne Anlass.“

Wechselseitige Abschottung

„Er wollte einfach nur noch in Ruhe gelassen werden. Zwischendurch wurde er ausfällig, drohte, tobte und schrie herum. Es gab Zeiten, in denen ich mich vor ihm fürchtete und ich war dann froh, wenn ich nichts von ihm hörte oder sah.“

Erste Veränderung, die noch nicht als Veränderung erlebt wird

Nach 2 Jahren intensivem Crystal-Konsum war er körperlich und psychisch am Ende. Die erste Entgiftung folgte. Ein gesetzlicher Betreuer wurde ihm zur Seite gestellt. Zeitweise bekam er jetzt selbst Angst, dass die Sucht ihm sein Leben kosten würde. Sein Konsum ging aber ungebremst weiter.

Gemeinsam einen Weg entdecken

„Im Sommer 2012 las ich in der Zeitung einen Artikel über eine Suchtklinik, die sich auf Crystal-Abhängige spezialisiert hatte. Ich zeigte ihm den Artikel und er sagte, er würde dorthin gehen. Gemeinsam haben wir verschiedene Stellungnahmen eingeholt und Anträge gestellt. Endlich: Therapie!“

In der Therapie beginnt die Veränderung

„Nach 7 Monaten stationärer Therapie gab es zuhause wieder ein Familienleben mit so selbstverständlichen Dingen wie z.B. gemeinsamen Mahlzeiten mit angenehmen Gesprächen. Was mir allerdings bis heute geblieben ist, das ist die Angst, dass er rückfällig wird. Mir selbst ist es eine Hilfe, mich mit anderen Eltern auszutauschen.“

Appell an Beratungsstellen und Kliniken

„Mit dieser Geschichte möchte ich auch anregen, dass Beratungsstellen und Therapieeinrichtungen Angehörige nicht einfach außen vor lassen, denn sie gehören nach vielen Jahren der Sucht zu den wenigen Sozialkontakten, die dem Abhängigen geblieben sind.“

[#2 | Coming soon…]