Liebe Eltern, liebe Familienangehörige,

wir mögen unsere Kinder und das ist gut so! Aber diese Liebe hat manchmal eine „unerwünschte Nebenwirkung“, denn nicht selten sehen wir unsere Kinder durch eine „rosarote Brille“. Selbst wenn uns jemand Hinweise gibt, dass etwas bei unseren Kindern nicht passt, dann wollen wir das oft nicht glauben und sind entrüstet.

Grundsätzlich ist es völlig in Ordnung, dass wir auf diese Weise zu unseren Kindern stehen. Aber, diese Haltung lässt uns auch etwas blind werden für das Offensichtliche.

Worauf sollten Sie daher achten, um beginnenden Drogenkonsum zu erkennen?

[Drogenkonsum erkennen]

Was passiert zu Beginn?

Kinder beginnen um das 12. Lebensjahr herum Alkohol, Nikotin aber auch Drogen zu probieren, in der Regel nicht allein, sondern zusammen mit Freunden. Diese Altersphase ist aber auch durch Entwicklungsaufgaben geprägt, die mit Stimmungsschwankungen und Verhaltensveränderungen einhergehen. Das macht es oft schwer „normale Pubertätsprobleme“ und einen beginnenden Drogenkonsum zu unterschieden.

Bin ich noch in Kontakt mit meinem Kind?

Vor jedem Drogenkonsum ist schon einiges passiert. Sie und Ihr Sohn oder Ihre Tochter reden seit einiger Zeit nicht mehr offen und vertrauensvoll miteinander. Ihr Kind wehrt Gespräche ab. Sie wissen nicht mehr wirklich, was Ihr Kind tut. Irgendwie haben Sie sich verloren.

Sie fragen sich, was das für Freunde sind, mit denen Ihr Sohn oder Ihre Tochter unterwegs ist.

Es ist zwischen Ihnen nicht mehr so wie es mal war. Immer wieder gibt es Streit. Jeder geht seine Wege, denn es ist ja viel zu tun und es fehlt die Zeit, einfach etwas in aller Ruhe zu besprechen.

Was sind konkretere Hinweise auf einen beginnenden Drogenkonsum?

Werden Sie besonders aufmerksam, wenn Sie bei Ihrem Kind eine wechselnde Stimmung bemerken: ruhig bis niedergeschlagen sein wechseln sich mit gereizten Reaktionen ab. Zwischendurch albert Ihr Kind einfach rum. Dann wieder bemerken Sie Schläfrigkeit oder morgens kommt Ihr Sohn, Ihre Tochter einfach nicht aus dem Bett.

Ihr Kind verhält sich zwischendurch „umtriebig“ und fällt durch ungehemmtem Redefluss auf. Sie bemerken sogar, dass Ihr Sohn, Ihre Tochter bis in den Morgen hinein im Zimmer irgendwie aktiv ist oder sogar das gesamte Wochenende nicht nachhause kommt.

Bisherige Freunde spielen keine so große Rolle mehr, ziehen sich vielleicht sogar zurück, gemeinsame Familienaktivitäten werden gemieden. Ihr Kind isoliert sich zunehmend. Die neuen Freunde kennen Sie nicht wirklich bzw. machen Sie nachdenklich.

Sie bemerken, dass es Ihr Kind mit der Wahrheit nicht mehr sehr genau nimmt, Vereinbarungen nicht einhält, seine bisherigen Freizeitaktivitäten vernachlässigt.

In Gesprächen verteidigt Ihr Sohn oder Ihre Tochter Drogen, z. B. Cannabis.

Zwischendurch bemerken Sie stark gerötete Augen oder geweitete Pupillen. Die Leistungen in der Schule fallen nicht nur in einem Fach, sondern insgesamt ab.

Unerklärlich ist Ihnen auch ein deutlicher Gewichtsverlust.

Im Zimmer Ihres Kindes finden Sie kleine durchsichtige Tablettenfläschchen, Plastiktütchen mit Inhalten oder Resten (grüne oder bräunliche Krümel, Pulver etc.), Papers zum Zigaretten drehen. Eine Wasserpfeife wird wichtig. Ein Feuerzeug liegt plötzlich herum.

Entdecken Sie Alufolie, eine Rasierklinge, einen kleinen Spiegel, Strohhalme oder sogar Spritzen und einen verrußten Löffel, dann müssen Sie bereits an sog. harte Drogen wie Crystal oder Heroin denken.

Nicht selten bleibt die Zimmertür für Sie verschlossen und Telefonate werden geheim gehalten.

Die Zukunftsperspektive ist bedeutungslos geworden. Ihr Kind hängt einfach nur rum und ist für Sie schwer erreichbar.

Beobachtungen ernst nehmen und nicht wegschieben!

Nehmen Sie diese Beobachtungen ernst und reden Sie mit Ihrem Partner darüber, um die Beobachtungen abzusichern. Nicht selten aber übernimmt ein Elternteil dabei den Part des Beschwichtigers und versucht das Ganze herunterzuspielen, insbesondere dann, wenn Sie in Ihren Reaktionen als Eltern bisher eher konträr reagiert haben. Gehen Sie selbst dann auf keinen Fall zur Tagesordnung über und schieben Sie nichts beiseite!

Die Erfahrung zeigt: Dadurch verlieren Sie wertvolle Zeit und Ihr Kind rutscht vielleicht immer mehr in ein Missbrauchsverhalten und letztlich in eine Abhängigkeit hinein!

Lesen Sie weiter bei „Erste Tipps für Eltern“ und suchen Sie sich Hilfe!

Ihr Need NO Speed Team